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Impressum

Redaktion:

Quellennachweise:

Bibelzitate folgen, wenn nicht anders vermerkt, der Lutherbibel revidiert 2017,
© 2016 Deutsche Bibelgesellschaft, Stuttgart.

© 2018 Brunnen Verlag Gießen und CVJM Gesamtverband in Deutschland e. V.

www.brunnen-verlag.de

Inhalt

Vorwort (Uwe Bertelmann)

Bibl. Einführungen (Friedhardt Gutsche)

Das erste Buch Mose (Genesis, Kap. 1–11)

Der Brief des Paulus an die Römer

Das erste Buch Samuel

Das Evangelium nach Matthäus

Das zweite Buch Samuel

Der Brief des Paulus an die Philipper

Die Sprüche Salomos (Kap. 10–24)

Der Brief des Jakobus

Das Buch Hiob

Der Prophet Nahum

Der Prophet Obadja

Der Prophet Jesaja (Kap. 40–55)

Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter 2019

Bibelstellen-Verzeichnis 2011–2019

Vorwort

Liebe Leserinnen und Leser von Bibel für heute,

„suche Frieden und jage ihm nach“ – ein hoher Anspruch, den die Jahreslosung aus Ps 34 (vgl. 24. März) da an uns stellt. Zumal es bei dem „Frieden“ ja auch gar nicht um einen aus pragmatischen Gründen geschlossenen Burgfrieden geht, noch weniger um das eiskalte Schweigen, das einkehrt, nachdem der Streit abgebrochen ist. Und erst recht nicht um das bloße Schweigen der Waffen. Es geht um Gottes Frieden, den Schalom – diesen tiefen, versöhnten Frieden, der von Gott herkommt und die ganze Welt umspannen will.

Die Bibel spannt den Bogen vom Frieden im Garten Eden bis hin zur völligen Wiederherstellung von Gottes Schalom am Ende der Zeiten. Und sie will zeigen, wie dieser „Schalom“ in dieser Welt jetzt schon Realität werden kann, – wenn wir ihn suchen und ihm nachjagen. Umso irritierender sind vielleicht manche Passagen, in denen es um Krieg und Gottes Zorn geht, – z. B. die Samuelbücher, die in diesem Jahr gelesen werden, sind hier nicht immer nur erbaulich. Es geht allzu menschlich, oft auch kriegerisch zu – und oft ist auch Gottes Handeln nicht leicht zu verstehen. Aber mal ehrlich: Wäre es anders – würden wir dann nicht sagen, in der Bibel ist alles „Friede, Freude, Eierkuchen“? In der Bibel lesen wir von der Geschichte Gottes mit der Menschheit und der Welt. Real. Life. Ungeschönt. Und das ist gut so. Wir möchten Sie daher einladen, sich von den Bibeltexten herausfordern zu lassen und sind überzeugt, dass es den Auslegern dieses Jahr wieder gelungen ist, uns auch schwierige Texte nahezubringen. Mögen die Bibeltexte und die Auslegungen Ihnen helfen, dem Gott zu begegnen, der mit den Menschen der Bibel auf ihren manchmal krummen Pfaden unterwegs war, und dem „Schalom“ Gottes nachzujagen.

Klaus Jürgen Diehl (Redaktion der Auslegungen des NT)

Uwe Bertelmann (Redaktion der Auslegungen des AT)

Neujahr, 1. Januar

Psalm 8

Im neuen Jahr: Neu staunen lernen!

image Wer kann das noch, staunen? Nicht schon alles wissen, analysieren, planen! Nicht errechnete Daten oder Umfragewerte bestimmen diesen Psalm, sondern Anbetung und Staunen. Ausgerechnet „aus dem Munde der kleinen Kinder“ errichtet Gott eine „Macht“, einen Schutzwall gegen seine Widersacher. Gottes Maßstäbe und Kräfte sind eben anders als unsere. Es ist möglich, dass mit den „Kindern und Säuglingen“ (V 3) auch die verfolgten und verspotteten Kinder Israels gemeint waren. Der Hebräerbrief (2,6-9) bezieht „des Menschen Kind“ (V 5) direkt auf „den Menschensohn“ Jesus Christus.

image Dreifach (V 2.4.5) wird das anbetende Staunen zum Ausdruck gebracht:

image „Wie herrlich ist dein Name …!“ Nicht einen erbärmlichen, sondern einen herrlichen Gott hat Israel. Er hat sich seinem Volk mit Namen offenbart.

image „Wenn ich sehe die Himmel, deiner Finger Werk“ – das Fingerspiel deiner Hände … Ehrfürchtiges Staunen erfüllt heute noch manchen Wissenschaftler beim Erforschen des Weltalls.

image „Was ist der Mensch (obwohl winzig), dass du dich seiner annimmst?“, – mich ganz persönlich kennst und umsorgst! „… der mich liebet, der mich kennt, und bei meinem Namen nennt“, heißt es in einem alten Herrnhuter Kinderlied.

image Das Geheimnis des Menschen gründet in dem Geheimnis, dass Gott ihn beauftragt, die Welt zu beherrschen, allerdings wie ein verantwortungsvoller Herrscher. Dazu ist er von Gott „gekrönt“.

image Vergleichen Sie die Aussagen von V 4-9 mit denen im Schöpfungsbericht 1Mose 1,26-28. Beide Bibelstellen stehen in engem Kontakt miteinander. Worin stimmen sie überein?

Die Weite des Himmels weitet mein Herz, um dich zu loben, großer Gott. Die Tiefe des Alls bewegt mein Denken, dich anzubeten, herrlicher Gott.

Das erste Buch Mose (Genesis, Kap. 1–11)

Die „Ur-Geschichte“ – wie alles entstand und sich entwickelte, und vor allem: wer der Initiator und Bewahrer dieser Welt und allen Lebens ist. „He’s got the whole world in his hands.“ „UrMenschlich“ – von menschlicher Bestimmung und Verfehlung, von menschlichem Können und Versagen: Davon handeln die ersten Kapitel der Bibel.

Wer nach dem „Wohin“ und „Wozu“ fragt, muss von seinem „Woher“ wissen. Und so sind – wie wir alle – auch die Menschen der Bibel tief bewegt von der Frage nach unserer Herkunft, nach unserem Ursprung, nach unserer Bestimmung und unserer Lebensaufgabe. Darum der hebräische Name „Bereschith“ (Am Anfang) bzw. die griechische Bezeichnung „Genesis“ (Entstehung) für dieses erste Bibelbuch.

Gott, der Schöpfer, ordnet das Chaos, schafft Leben, sorgt für seine Geschöpfe und beruft den Menschen zu seinem Ebenbild sowie zum Gestalter und Bewahrer der Schöpfung (1+2). Doch das Misstrauen gegen Gottes Güte (3), der Neid andern gegenüber (4), eine abgründige Bosheit (6) und die „Großmannssucht“ der Menschen (11) führen auf eine schiefe, lebensgefährliche Bahn. Ohne Gottes Eingreifen würde alles Geschaffene wieder ins Chaos zurückfallen.

Alle menschliche Verfehlung hat Folgen: Ausweisung aus dem Paradies (3,14ff), ein ruheloses Leben (4,11-16), die Lebensgefährdung durch die Sintflut (7–8), die Sprachverwirrung und Auflösung der Menschengemeinschaft (11,7-9). Dennoch zeigt sich Gottes Gnade gerade auch mitten in all seinen Gerichten, seine bleibende Liebe zu den Menschen in allem Unheil (3,21; 4,15; 8,21-22; 9,1-17), ein fortwährendes segnendes Handeln an der ganzen Schöpfung (8,22; 9,1-17). Die vielen Geschlechtsregister zeigen diesen Segen Gottes in immer neuen Geburten. Gott will das Leben. Und so schenkt und bewahrt er Leben inmitten all unserer Verfehlungen und Lieblosigkeiten. Genau das gibt Vertrauen in diese Welt und Hoffnung auf Gottes Neuschöpfung.

Mittwoch, 2. Januar

1. Mose 1,1-13

Gott erschafft!

image Das ganze erste Kapitel will uns deutlich machen, dass diese Welt, die Lebensumstände, ja das Leben selbst kein Zufall sind.

image „Im Beginn …“ – Davor war nichts! Anders als die Umwelt der Israeliten erklärt die Bibel nicht Gottes Entstehung. Gott war immer da. Er setzt den Beginn, indem er aus Nichts Himmel und Erde geschaffen hat.

image „Wüst und leer“ (V 2, wörtl. „Tohuwabohu“) – hat Gott ein Chaos geschaffen? Noch sieht man nicht, was daraus werden soll. Gott, der Schöpfer, strukturiert seine Schöpfung Stück für Stück:

image Es ist Gottes Machtwort, das schafft – wie im NT, wenn Jesus Christus durch sein Wort sogar Tote zum Leben ruft (Joh 11,43).

image Die Tierwelt (V 20ff) ist von der Pflanzenwelt abgehoben. Bei den Pflanzen heißt es: Nicht Gott schafft, sondern Gott gebietet der Erde, „aufgehen zu lassen“. Aber wie bei Tier und Mensch sind auch Gras, Kraut und Bäume mit „Samen“ beschrieben: Auch sie sollen fruchtbar sein und sich mehren (22).

image Wie ist „Tag“ zu verstehen? Es gibt vier verschiedene Übersetzungen des hebr. Begriffes „jom“:

image 24-Stunden-Tag,

image Tag im Sinn von tagsüber,

image heilsgeschichtlicher Zeitraum und

image eine Epoche der Schöpfung.

Die Betonung „aus Abend und Morgen der erste Tag“ legt die Bedeutung der 24 Stunden nahe. Doch Gottes Wort will sein schöpferisches, alleinauslösendes Wirken in den Mittelpunkt stellen und dem Menschen helfen, Gott zu vertrauen. Deshalb steht am Beginn (V 1) „Gott erschafft!“

image Gott hat diese Welt geschaffen. Heute geht es in unserem Abschnitt um Himmel und Erde, Licht und Finsternis, Meer und Land sowie die Pflanzen. Was bedeutet dies für Ihr Leben?

Donnerstag, 3. Januar

1. Mose 1,14-25

Gottes Schöpfung ist gut!

image Noch ist die Schöpfung nicht zu Ende! Gestern beschäftigte uns der Anfang. Nun tauchen die Gestirne auf. Anders als bei den umliegenden Völkern sind sie keine Gottheiten. Im Gegenteil: Sie entstehen durch Gottes Befehl. Sie sind nichts als Zeichen für die Jahreszeiten, Tag und Nacht – nichts Göttliches, nur eine Uhr. Die Begriffe „machte“ (V 16) und „setzte“ (V 17) verstärken dies. Sie haben zu gehorchen, sie sind nur Gegenstände. Spannend ist der Ausdruck „machte“. Es ist nicht das „bara“ (schöpferisches, göttliches Schaffen), sondern „asa“ (machen, tun). Die Sonne war schon geschaffen (V 3) und hatte nur noch nicht durch die Wolkenmenge hindurchgeschienen.

image Die Tiere jedoch werden deutlich von den Pflanzen, Gestirnen, Wasser und Land abgesetzt. Mit ihnen taucht wieder das göttliche „bara“ (schaffen) auf. Die Tiere erscheinen zuerst im Wasser und in der Luft. Erst dann geht es auf das Land über. Auch wenn die Schaffung der Landtiere mit den Menschen am selben Tag (6.) beschrieben wird, so ist auch bei den Tieren des 5. Tages der göttliche Begriff der Schöpfung verwandt worden. Es zeigt die Hochschätzung der Schöpfung, speziell der Tiere. Dies zeigt sich auch im speziellen Segen (V 22).

image Die Aufteilung der Tiere (V 25) in Wildtiere („Tiere des Feldes“), Nutztiere („Vieh“) und Kleinlebewesen (Schlangen, Würmer, Käfer … „Gewürm des Erdbodens“) macht deutlich, dass der Segen nicht nur auf den „nützlichen“ Tieren liegt, sondern die (tierische) Schöpfung als Ganze gesehen wird.

image Jochen Klepper formuliert: „Wir wissen nicht den Sinn, das Ende. Doch der Beginn ist offenbar. Nichts ist, was nicht in deine Hände / am ersten Tag beschlossen war. Und leben wir vom Ursprung her, bedrückt uns keine Zukunft mehr.“

Freitag, 4. Januar

1. Mose 1,26–2,4a

Was macht den Menschen zur Krone der Schöpfung?

image Es ist der gleiche Schöpfungstag wie der des Wurms, des Käfers, der Schlange oder der Kuh: der 6. Tag. Trotzdem wird deutlich, dass die Schöpfung des Menschen von Gott ein besonderer Höhepunkt ist.

image Der Plural „lasset uns“ (V 26) ist entweder als Plural eines Königs oder aber wie ein Selbstgespräch zu verstehen („Nun wollen wir mal“). Manche Ausleger beziehen es jedoch auch auf die Dreieinigkeit.

image Meint „Bild, das uns gleich sei“, dass der Mensch wie Gott aussieht? Der Begriff „zäläm“, der hier benutzt wird, steht z. B. für das Abbild eines heidnischen Gottes, das den dahinterstehenden Gott vertritt. Der Mensch ist als Vertreter Gottes auf der Erde „Herrscher“ über die Schöpfung. Dazu gehört auch, dass Gott und der Mensch in Beziehung treten können (vgl. 3,8ff). Der Mensch soll sich hierbei nicht als Tyrann der Schöpfung gegenüber aufspielen, sondern Friedefürst sein (vgl. Ps 72).

image „… und schuf sie als Mann und Frau“: Der Friedefürst über die Schöpfung ist nicht der Mann oder die Frau allein, sondern sie sind parallel gestellt, gleichwertig.

image Dreimal taucht der Begriff „Segen“ in der Schöpfungsgeschichte auf: Gott segnet die Tiere (V 22), den Menschen (V 28) und den 7. Tag! Was ist besonders an diesem Tag? „Gott vollendete … seine Werke“ (2,2). – Die Vollendung der Schöpfung geschieht in der Ruhe des 7. Tages. Vielleicht ein Fingerzeig für unseren Umgang mit dem Ruhetag: Er ist nicht nur dafür da, dass ich erholt weiterarbeiten kann, sondern er ist geradezu Teil der Arbeit der vergangenen Woche. Er „vollendet“ mein Werk, damit Platz für neues Tun geschaffen werden kann.

Krone der Schöpfung zu sein, heißt, mit Gott in Beziehung treten zu können!

Gott segnet den Tag nicht nur, sondern er „heiligt“ ihn. Heiligen bedeutet, dass der Tag Gott selbst gehört.

Samstag, 5. Januar

1. Mose 2,4b-17

Der Mensch: Wenig niedriger als Gott

image Man könnte zuerst vermuten, dass hier eine zweite Schöpfungsgeschichte beginnt, aber eigentlich setzt die Geschichte nur mit einem neuen Thema ein. Deutlich wird dies im Vergleich von 2,4a und 5,1: In 2,4a wird die Geschichte der Schöpfung abgeschlossen: „Dies ist die Entstehungsgeschichte („toledot“) von Himmel und Erde.“ 5,1a beschließt die Entstehungsgeschichte Adams mit seinem Stammbaum angelehnt an 2,4a. Kap. 2,4ff ist kein zweiter Bericht, sondern lenkt unsere Augen auf den Menschen.

image Adam („Ackerkrume“) wurde aus Staub geschaffen – kein besonderes, sondern ganz ungeeignetes Material. Was den Menschen zu diesem besonderen Gebilde macht, ist Gottes Odem. Dieser Ausdruck meint seine Lebenskraft, die Gott dem Menschen leiht. Sobald Gott diese Lebenskraft zurücknimmt, vergeht der Mensch (Ps 104,29b).

image Gott schenkt jedoch dem Menschen lebensermöglichende Umstände: den Garten Eden (wörtl. „Wonne“). Wenn in einer Art „Erdkunde“ von vier Flüssen die Rede ist, dann können wir nur Euphrat und Tigris lokalisieren. Vermutlich meint diese Aufzählung jedoch, dass aus Gottes Garten „Wonne“ nur durch die Flüsse in alle vier Himmelsrichtungen Leben möglich wird.

image Der Garten ist eine Wohlfühloase, aber kein Schlaraffenland. Der Mensch bekommt Aufgaben: bebauen und bewahren. Und er bekommt eine Grenze: den Baum der Erkenntnis des Guten und Bösen – nicht zu verwechseln mit dem Baum des Lebens (3,22). Diese Erkenntnis kann der Mensch nicht selbst in die Hand nehmen. Deshalb ist diese Frucht dem Menschen verboten. Wer sich aber über Gottes (einziges!) Gebot hinwegsetzt, wird sich aus Gottes Lebenskraft herauskatapultieren.

image Was unterscheidet die Aufgabe des Menschen in 1Mose 2 (vor dem Sündenfall) und 3,16ff (nach dem Sündenfall)?

Sonntag, 6. Januar

Psalm 72

image Am 6. Januar begeht die Christenheit das Erscheinungsfest „Epiphanias“. Die orthodoxen Kirchen feiern heute Weihnachten: das Erscheinen Gottes in unserer Welt. In Bethlehem erschien – so glauben wir Christen – der lang erwartete Messias-König Israels.

image V 1a ist nicht mit „von Salomo“, sondern mit „für Salomo“ zu übersetzen. V 20 deutet Ps 72 als Fürbittegebet Davids für seine Nachkommen und macht ihn zum Schlusspsalm der sogenannten „Davidspsalmen“ (Ps 51–72).

image Ps 72 ist ein Königspsalm. Er wurde schon in der alten Kirche an Epiphanias im Gottesdienst gelesen und gebetet. Die Aussagen dieses Psalms beziehen sich zunächst auf die Könige in Jerusalem, die Davidsdynastie, und so auch auf den verheißenen, endzeitlichen Messias-König.

image Entscheidend für den ganzen Psalm ist V 1b: Er wendet sich nicht an den König, er wendet sich an Gott. Dadurch sind alle folgenden Aussagen über den König Fürbitten, Bitten an Gott, der der eigentliche König in Israel ist und bleibt.

image Der Psalm bezieht sich auf alte biblische Verheißungen, so in V 17 auf die Verheißung an Abraham, dass in ihm alle Völker der Erde gesegnet werden (1Mose 12,1-3).

image Die Verse 12-14 zeichnen ein Bild vom Messias-König, das uns auf Jesus hinweist, wie er uns besonders im Lukas-Evangelium begegnet: „Dieser König lässt sich im Innersten anrühren von der Situation der Armen und Besitzlosen: Er hört ihren lauten oder leisen Hilfeschrei (V 12a), er sieht ihre Ausweglosigkeit und Ohnmacht (V 12b), ihr Leiden schmerzt ihn selbst (V 13f) und ihr „Blut“, d. h. ihr Leben, ist ihm nicht Nebensache, sondern so kostbar, dass sein Denken, Wollen und Handeln darum kreist, und dass er sie rettet und erlöst“ (Erich Zenger). So kann uns Ps 72 die Augen öffnen, dass wir den Heiland und Retter aller Welt tiefer erkennen.

Montag, 7. Januar

1. Mose 2,18-25

Diesmal ist sie’s!

image Diesen Jubelruf lässt Martin Buber Adam ausrufen, als er die Frau sieht, die ihm zur Seite gestellt ist. Gottes Ziel war, dem Menschen die Einsamkeit zu nehmen.

image Gegenüber Kap. 1 ist die Reihenfolge umgedreht: Hier kommt zuerst der Mensch, dann die Tiere. Es geht um die Frage, wer dem Menschen ein Gegenüber sein kann. Hier kommen die untergeordneten Tiere nicht infrage. Die Unterordnung wird deutlich durch die Namensgebung als ein Akt der Herrschaftsausübung (vgl. Dan 1,7). Aber ein Gegenüber darf gerade nicht untergeordnet sein.

image Das Bild der „Rippe“ macht die einzigartige Zusammengehörigkeit deutlich. Wenn Luther den „Menschen“ von „Mann“ und „Männin“ sprechen lässt, nimmt er ein hebräisches Wortspiel „isch/ischa“ (Mann/Frau) auf. Dies ist aber keine Namensgebung im Sinn der Herrschaftsausübung. (Interessant: Die Namensgebung der Frau geschieht erst nach dem Sündenfall – vgl. 3,20!)

image Die Frau soll „um ihn sein“, wörtlich „wie sein Gegenüber“. Sie soll also zu ihm passen. Wie zwei Puzzleteile sind Mann und Frau füreinander geschaffen. „Gehilfin“ kommt nur dreimal im AT vor und meint sonst Gottes Hilfe! Also nie abwertend!

image Frau und Mann sind aufeinander bezogen. Das durchzieht Gottes Wort bis zum Ende. Es wird von Jesus wieder aufgenommen (Mt 19,4ff) und von Paulus (Eph 5,28ff) auf die Beziehung zwischen Christus und seiner Gemeinde ausgelegt.

image Für den oder die Single: Wenn Gott meint, dass es nicht gut ist, dass der Mensch allein ist – warum bin ich es dann? (Vgl. 1Kor 7,32-38).

image Für Verheiratete: Wenn Gott mir den Ehepartner oder die Ehepartnerin als Puzzleteil (Gegenüber) geschenkt hat – wie sollte ich dann mit ihm oder ihr umgehen?

Dienstag, 8. Januar

1. Mose 3,1-13

image Die Schlange hinterfragt und verdreht Gottes Wort – und damit das Vertrauen des Menschen auf Gott.

image Lesen Sie 1Mose 2,16f. Was sagt die Schlange dagegen in 3,1?

Während Gott mit einer Einladung beginnt, von allen Bäumen zu essen, verwandelt die Schlange Gottes Einladung in ein Verbot. Indem sie dies als Frage formuliert, zwingt sie den Menschen, sich auf ihre Verführung einzulassen. Das ist bis heute so: Der Feind – und wir mit ihm – sind Meister im Hinterfragen des klaren Wortes Gottes: „Ist das wirklich so gemeint? Ist das nicht eine völlig andere Situation? Kann man das heute noch so sehen? Ist das so schlimm?“ Die Frage mutet dem Menschen zu, über Gottes Wort zu richten, anstatt ihm zu vertrauen und zu gehorchen. Was hätte Eva stattdessen tun sollen? Fliehen – oder den Versucher mit den Worten Jesu in die Flucht schlagen: „Weg mit dir, Satan“ (Mt 4,10). Wer mit dem Versucher diskutiert, zieht den Kürzeren.

image Nackt stehen sie voreinander – wie bisher auch. Nur, dass dies bislang kein Problem war. Jetzt werden Selbstachtung und Vertrautheit von Scham übermannt, und Unschuld und unbefangene Zuwendung vom Gefühl der Blöße und dem drängenden Verlangen, die Blöße zu bedecken.

image Mit der Erkenntnis von Gut und Böse muss der Mensch nun selbst beurteilen und Entscheidungen treffen. Er ist nicht nur zur Erkenntnis fähig, sondern auch zu ihr verdammt.

image Es ist wie beim Kinderspiel, wenn Kinder ihre Augen zuhalten und rufen „Papa such’ mich!“: Was für eine Täuschung zu meinen, sich vor Gott verbergen zu können.

image Das erste Gespräch zwischen Gott und Mensch in der Bibel ist der Versuch einer Selbstrechtfertigung. Adam und Eva wollen sich entschuldigen, indem sie die Schuld von sich weisen und einem anderen in die Schuhe schieben. Das hat keine Zukunft.

Mittwoch, 9. Januar

1. Mose 3,14-24

image In umgekehrter Reihenfolge, wie Gott sie anspricht, werden die drei bestraft: zuerst die Schlange, dann die Frau und schließlich der Mann.

image Die Schlange wird verflucht. Fortan wird Feindschaft sein zwischen ihr und der Frau bzw. den Menschen als Nachkommen der Frau und allem, was die Schlange an Bösem hervorbringt. Der Nachkomme (Einzahl) der Frau tritt die Schlange zu Tode, wobei sie ihn im Todeskampf noch tödlich beißt. Die messianische Perspektive von V 15 ist eindeutig, weshalb man hier auch vom sog. Proto-Evangelium spricht, dem ersten Evangelium in der Bibel. Erfüllt hat es sich am Kreuz, als Jesus Christus Sünde, Tod und Teufel besiegte, auch wenn dies seinen Tod bedeutete.

image Die Frau bekommt die Folgen des Falls in den beiden Beziehungen zu spüren, die ihr am wichtigsten sind – zu ihrem Kind und ihrem Mann. Beide sind fortan von Schmerzen geprägt. Statt vertrauensvoller Einheit werden Mann und Frau nun von Entfremdung und Herrschsucht bestimmt. Doch Gott nimmt Mann und Frau einander nicht. Auch wenn die Beziehung fortan gestört ist, erinnert sie uns an unsere Beziehung zu Gott: Beide Beziehungen leben seit dem Fall von der Vergebung.

image Der Mann erlebt das Gericht in den Dornen und Disteln auf seinem Acker. Doch dann folgt die Sensation:

image Lesen Sie 2Mose 3,1-4. Wo offenbart sich Gott?

image Gott offenbart sich Mose, um sein Volk aus der Sklaverei zu retten – und er tut dies an jenem Ort, der symbolisch für Gottes Gericht steht: mitten in den Dornen. Doch dabei bleibt es nicht. Gott nimmt das Gericht auf sich, als sein Sohn Jesus Christus am Kreuz stirbt – unter einer Krone aus Dornen. So werden die Dornen vom Ort des Gerichts über den Ort der Offenbarung Gottes zum Ort, an dem Gott Gericht und Heil zusammenführt.

Donnerstag, 10. Januar

1. Mose 4,1-16

image Kain und Abel: Das ist die konfliktreiche Geschichte zweier Brüder. Nachdem der Mensch in 1Mose 3 sein wollte wie Gott, erzählt 1Mose 4 vom neidvollen Verlangen, wie der Bruder zu sein.

image Weshalb sieht Gott das Opfer von Abel gnädig an und das von Kain nicht?

image Im Lauf der Kirchengeschichte wurden verschiedene Deutungsversuche unternommen. Ein biblischer findet sich bereits in Hebr 11,4: „Durch den Glauben hat Abel Gott ein besseres Opfer dargebracht als Kain; durch den Glauben wurde ihm bezeugt, dass er gerecht sei, da Gott selbst es über seinen Gaben bezeugte; und durch den Glauben redet er noch, obwohl er gestorben ist.“

image Interessant ist dennoch, dass in 1Mose 4 diese Deutung fehlt. Hier liegt geradezu die Pointe von 1Mose 4 und die zentrale Botschaft auch für uns: Wider allem unbegründeten oder auch begründeten Zorn soll der Mensch es gut sein lassen und über die Sünde herrschen (V 7). Wo Verletzung, Bitterkeit, Neid und anderes uns zur Sünde reizen, sollen wir, anders als Kain, stärker sein.

image Die Kraft dazu schenkt der Glaube an Jesus Christus. Er war unschuldig und nahm dennoch den Tod auf sich, um für meine Sünde und die Schuld der Welt zu bezahlen. Hier liegt die Kraft, bittere Wurzeln auszureißen, gelassen zu sein und Vergebung zu leben.

image Und noch eine Beobachtung: In 1Mose 3,9 fragt Gott, wo sich der Mensch selbst versteckt: „Adam, wo bist du?“ In 1Mose 4,9 fragt er nach dem Bruder: „Wo ist Abel, dein Bruder?“

image Kains Antwort „Ich weiß es nicht“ ist eine glatte Lüge. Schuld bringt weitere Schuld mit sich.

image Die Rückfrage „Soll ich meines Bruders Hüter sein?“ ist eine arrogante Anspielung auf Abels Beruf: „Soll ich den Hüter hüten?“ Fazit: Wir haben Verantwortung füreinander – für unsere leiblichen und geistlichen Geschwister und auch für unsere Hüter, zum Beispiel für unsere Pfarrer und Pastoren, dass wir sie schützen und segnen.

Freitag, 11. Januar

1. Mose 6,5-22

image Zwischen Schöpfung und Turmbau ist die Noah-Erzählung die Mitte der biblischen Urgeschichte (1Mose 1–11).

image Glaubten Jean Jacques Rousseau und mit ihm die Gelehrten der sog. Aufklärung noch, dass der Mensch von Natur aus gut sei, sahen dies schon 1Mose 6,5 und 8,21 anders: Das menschliche Herz ist böse. Der Mensch ist böse.

image Neu und hell wird das Herz des Menschen erst, wenn Jesus hineinkommt. Lesen Sie 2Kor 4,6 im Kontrast zu 1Mose 6,5.

image Ein Leitwort der Urgeschichte ist, dass Gott sieht. Während Gott in 1Mose 1,31 sein Schöpfungsresultat „ansieht“ und dieses für sehr gut befindet, „sieht“ er in 1Mose 6,5-8 nichts als Bosheit und beschließt, die Schöpfung rückgängig zu machen. Nach der Flut „sieht“ Gott in 1Mose 9,16 wieder auf die Erde. Sie ist nicht besser geworden. Um sie aber nicht erneut zu vernichten, „sieht“ er jetzt seinen Bogen am Himmel an. Er ist das Zeichen seines Bundes und seines Versprechens, nicht noch einmal eine Sintflut kommen zu lassen. Wenn Gott uns heute ansieht, dann sieht er keinen anderen als Jesus Christus und den Bund in seinem Blut.

image Arche: Das Wort bedeutet im Hebräischen nicht Schiff, sondern Kasten. Außerhalb der Noah-Erzählung findet sich der Begriff im Alten Testament nur noch in 2Mose 2,5. Schlagen Sie nach und entdecken Sie den spannenden Bezugspunkt.

image In Erinnerung an Noahs Arche weiß 1Petr 3,20f von einer Arche, die uns rettet: die Taufe und der Glaube an Jesus Christus.

image So wurde Noah zum Vorbild für eine Reihe biblischer Autoren (Hes 14,14; 2Petr 2,5; Hebr 11,7). Sie wünschen uns seinen Glauben und dass auch wir alles dafür tun, dass Menschen gerettet werden, auch wenn die Welt von einem Endgericht nichts wissen will.

Samstag, 12. Januar

1. Mose 7,1-16

image Die Noahgeschichte dient mehrfach als Hintergrundfolie für Gottes Endgericht. Das entscheidende Kriterium für Noahs Rettung war seine Gerechtigkeit (V 1). Das gilt auch für Gottes Endgericht: Auch dort wird nur der gerettet, der als gerecht befunden wird. Einen wesentlichen Unterschied gibt es allerdings:

image Lesen Sie dazu Röm 3,23-26: Allein durch den Glauben an Jesus Christus werden wir gerechtfertigt und gerettet.

image Und auch die Arche selbst ist von prophetischer Bedeutung – Mt 24,38f und 1Petr 3,20 nehmen ausdrücklich Bezug auf sie.

image In diesen Zusammenhang gehört auch die Frage, wie denn die Tiere in der Arche so lange friedlich miteinander leben konnten. Der Tierfrieden in der Arche ist eine prophetische Vorausschau auf Gottes endzeitliches Friedensreich (Jes 11,6-9; 65,25).

image Gott schließt die Tür der Arche zu. Damit zeigt er zum einen: Jetzt ist zu! Wer draußen ist, der muss draußen bleiben. Zugleich lässt er erkennen, wie er die Seinen beschützt und es nicht zulässt, dass das Chaos über sie hereinbricht – jetzt nicht und im Endgericht auch nicht.

image Die Flut kommt im 600. Lebensjahr Noahs. Die Zahl hat auch eine symbolische Bedeutung: Die Zahl sechs ist die Zahl des Menschen. Er wird am 6. Schöpfungstag erschaffen und lebt fortan auf den 7. Tag hin – den endzeitlichen Ruhetag und damit seine Vollendung. Die Zahl 600 steht dementsprechend für eine Menschheits-Epoche. Solch eine Epoche wird jetzt mit der Flut beendet. Danach lebte Noah noch 350 Jahre – die Hälfte von 700. Die mit 7 zusammengesetzten Zahlen stehen in der Bibel für Vollkommenheit und Gottzugehörigkeit. Noahs Leben nach der Flut steht unter Gottes Gnade, Schutz und Segen. So wird Noah zum Vorbild für uns, unseren Weg zielorientiert mit Gott zu gehen.

Sonntag, 13. Januar

Psalm 71

image Ps 71 ist wie ein Mosaik oder eine Collage aus vielen einzelnen Bibelworten zusammengesetzt – gleiche oder ähnliche Formulierungen finden sich auch in anderen Psalmen. Der Beter benutzt Bitten und Klagen, aber auch Lob, das schon andere vor ihm in ähnlichen Situationen vor Gott aussprachen. Auch wir können mit diesen Aussagen unser Gebetsleben bereichern:

image V 1-8: Du bist und bleibst mein Fels. Wie ein Asylflüchtling, der alles verlassen musste und nun irgendwo in der Welt Schutz sucht, so wendet sich der Beter in seiner Not an JHWH: „Mein Gott, hilf mir aus der Hand des Gottlosen und Tyrannen“ (V 4). Er spricht diese Bitte in großer Zuversicht aus, weil ihm Gott – wie eine Hebamme (!) – schon seit seiner Geburt verlässlich zum Leben verholfen hat.

image V 9-16: Auch im Alter, verlass mich nicht! Das Alter kann eine schwere Last sein: Wenn ich merke, dass meine körperlichen und auch geistigen Kräfte ständig abnehmen, wenn ich das Gefühl habe, übrig zu sein und den Angehörigen nur noch zur Last falle, das kann sich mir schwer auf die Seele legen. Wie wichtig, dass ich dann täglich neu zu beten lerne: „Gott, sei nicht ferne von mir; mein Gott, eile, mir zu helfen!“ (V 12).

image V 17-21: Gott, du hast mich von Jugend auf gelehrt, aber auch geführt und getröstet. Das stärkt den Beter, weiterhin Gottes Wunder zu verkündigen. Zum zweiten Mal die Bitte: „Auch verlass mich nicht, Gott, im Alter“ (V 18).

image V 22-24: Meine Lippen sollen dir lobsingen! Trotz aller Altersnöte: „täglich (dreifach betont: V 8.15.24) soll meine Zunge reden von deiner Gerechtigkeit.“

image „Gottes Gerechtigkeit“ zieht sich wie ein roter Faden durch den ganzen Psalm (V 2.15.16.19.24). Im NT betont der Apostel Paulus mit großem Nachdruck, dass diese in Jesus Christus nun endgültig offenbart worden ist (Röm 3,21).

Montag, 14. Januar

1. Mose 7,17-24

image Die gute Ordnung, die Gott der Erde gab, geriet durch den Ungehorsam und die Bosheit der Menschen an den Rand der völligen Vernichtung. Die Erzählung von der Sintflut legt dar, warum Gott dennoch weiterhin zu seiner Schöpfung steht.

image Als Gott die Welt erschuf, hatte er die zerstörerischen Wassermassen in ihre Schranken verwiesen (1Mose 1,6-10). Nun lässt Gott zu, dass dieses Chaoswasser wieder auf die Erde zurückkehrt. In der Schöpfungserzählung (1Mose 1–2) wurde mit viel Liebe zum Detail entfaltet, wie Gott das Leben in großer Vielfalt schuf. Ebenso detailliert wird nun aufgezählt, wie das Leben wieder zerstört wird. So wird auch sprachlich deutlich: Die Sintflut ist das schreckliche Gegenbild zur Schöpfung – und beides steht in der Vollmacht Gottes.

image Detailliert schildert die Erzählung, wie das Leben nach und nach vergeht: Vögel, Vieh, wilde Tiere, Gewürm und alle Menschen sterben. Ja mehr noch: „Alles wurde von der Erde vertilgt.“ Das Leben wird nahezu ausgerottet, die Erde gerät wieder in den Chaoszustand und wird verwüstet. Gott nimmt seine Schöpfung wieder zurück. Die Schöpfungsgeschichte wird quasi zurückerzählt.

image Der „Odem des Lebens“ (V 22) bezeichnet die Lebenskraft, die Gott den Geschöpfen eingehaucht hat. Sie haben das Leben nicht aus sich heraus oder von anderen Kräften der Natur erhalten, sondern ausschließlich dem Schöpfer zu verdanken (Ps 104,29). Der Odem des Lebens ist unverdientes Geschenk und eine Leihgabe Gottes. Dass er diese Lebenskraft auch wieder zurückfordern kann, macht die Sintflut erschreckend deutlich.

image Selbst unsere Deiche und Wellenbrecher können Überflutungen und Tsunamis nicht aufhalten. Denn nicht der Mensch, sondern nur Gott kann die Wassermassen beherrschen. Lesen Sie dazu Hiob 38,8-11.

Dienstag, 15. Januar

1. Mose 8,1-12

imageGott gedachte an Noah.“ Mit diesen Worten wird die Wende, das Ende der Sintflut eingeleitet. Die Formulierung „Gott gedenkt“ bedeutet nicht, dass Gott Noah vorher vergessen hätte, sondern dass er sich helfend zuwendet und eingreift (vgl. 1Mose 30,22; 2Mose 2,24). Nach langen Monaten stoppt Gott die Wassermassen. Bildlich ausgedrückt: Er verriegelt die diversen Tore, durch die die Flut eindringen konnte. Er sorgt für Wind, der das Wasser wegweht. Die Naturgewalten gehorchen Gott aufs Wort.

image Der Ort der „Landung“ der Arche lässt sich nur ungefähr einkreisen: „Ararat“ ist kein einzelner Berg, sondern ein Gebirgszug im Gebiet der heutigen Ost-Türkei.

image Die Arche ist kein Luxusdampfer, sondern lediglich ein bergender Holzkasten. Noah kann durch das „Fenster“ (6,16) – eine schlichte Dachluke – aus der Arche heraus nicht auf die Erde schauen. So versucht er, mit der Hilfe von Vögeln herauszufinden, wie es auf der Erde aussieht. Der Rabe ist der erste Kundschafter. Die Taube bringt dann mit dem Ölzweig ein klar deutbares Zeichen: Die Erde wird tatsächlich langsam wieder bewohnbar. Später kommt die Taube nicht mehr zurück, denn sie hat ihren Lebensraum bereits wiedergefunden.

image Die Taube mit dem Ölzweig wurde aufgrund dieser einprägsamen Schilderung zum Sinnbild des Friedens inmitten von Chaos und Gefährdung. Künstler wie Picasso haben sie wieder und wieder gezeichnet. Halten doch Sie heute bewusst Ausschau nach ähnlichen Zeichen der Hoffnung!

image Immer wieder lesen wir in der Sintflutgeschichte exakte Zeitangaben, z. B. „150 Tage“ (7,24), die die Realität des Geschehens betonen sollen. Auch wenn wir die Sintflut archäologisch nicht nachweisen können: Realistisch ist, dass bis heute alle Existenz, auch unsere, davon abhängt, dass Gott seine bergende Hand über unsere Erde hält.

Mittwoch, 16. Januar

1. Mose 8,13-22

image Die Sintflut ist endgültig vorbei. Noah mit seiner Familie und alle Tiere verlassen die Arche und betreten die Erde wieder. Wie eine Neuschöpfung ist das! Der Erzähler wählte mit Bedacht ähnliche Begriffe wie in Kap. 1–2, z. B. „fruchtbar“ und „sich mehren“.

image Das Ende der Flut wird exakt datiert: am ersten Tag des ersten Monats. Deshalb wurde im alten Israel die Sintfluterzählung mit dem Neujahrsfest verbunden, das als Fest der Welterneuerung gefeiert wurde.

image V 22 ist der Ziel- und Höhepunkt der gesamten Erzählung: Nachdem Noah seinen Fuß wieder auf trockenen Boden gesetzt hatte, dankt er Gott. Und als Antwort auf diesen Dank sagt Gott ihm seine beständige Treue zu: Weil dieser eine Mensch, Noah, sich als gerecht und treu erwiesen hat, deshalb will Gott mit allen Menschen, also mit Noahs Nachkommen, barmherzig und gnädig sein. Er will sie erhalten und nicht wieder tödlich bestrafen.

image Diese Zusage Gottes an Noah weist voraus auf Gottes künftiges Heilshandeln. Auch künftig wird er einzelne Menschen wie Mose und auch ein einzelnes Volk wie Israel auswählen und durch sie die Menschheit segnen. Und schließlich wird er durch Christus die Sünde und den Tod überwinden – die größte Heilstat Gottes für die Menschen.

image V 21 enthält das biblische Menschenbild. Es ist ein absolut realistisches Bild, ohne Illusionen. Es besagt eben nicht (wie es so oft behauptet wird), dass der Mensch von Natur aus „gut“ sei. Im Gegenteil: In allen Menschen schlummert das Böse. Deshalb braucht es Gesetze, die diese Bosheit in Schranken halten – und es braucht die Gnade Gottes, die den Menschen erhält, ganz unabhängig von seinen Taten und Gedanken. Dieses „Ur-Evangelium“ steht auf den ersten Seiten in unseren Bibeln – und was dies bedeutet, wird nun auf den folgenden über 1.500 Bibelseiten beschrieben.

Donnerstag, 17. Januar

1. Mose 9,1-17

image Das Leben auf der Welt beginnt von Neuem und wieder wird es ausdrücklich unter Gottes Segen gestellt (vgl. 1,28). Anders als in der Schöpfungsgeschichte erhält der Mensch nun die Erlaubnis, Tiere zu essen. Dies ist ein Zugeständnis an die Menschheit.

image Allerdings wird dies eingeschränkt: Denn der Mensch soll kein Blut verzehren. Das Blut galt und gilt als Ur-Strom des Lebens. Wörtlich heißt es in V 4: „Esst nicht Fleisch mit seiner Seele – d. h. seinem Blut“. Der Mensch soll also Ehrfurcht haben vor dem Leben, auch dem der Tiere, und dies darin ausdrücken, dass er sich den „Lebens-Saft“ nicht einverleibt. In Israel entwickelte sich daher die Praxis des Schächtens, die das völlige Ausbluten des geschlachteten Tieres ermöglicht.

image Unter seinen speziellen Schutz stellt Gott sodann das menschliche Leben. Es liegt Gott besonders am Herzen, und so darf jeder Mensch wissen: Gott wird es nicht ungestraft lassen, wenn Menschenblut vergossen wird. Er ist der „Bluträcher“.

image Das Gebot, kein Blut zu essen, wird von der Urgemeinde im Apostelkonzil bestätigt. Lesen Sie dazu Apg 15 – und vielleicht den Wikipedia-Artikel zu den sieben „Noachidischen Geboten“. Sie gelten nach jüdischer Auffassung für alle Menschen, gleich welcher Religion sie angehören: Verbot des Götzendienstes, Verbot der Gotteslästerung, Gebot der Schaffung von Gerichtshöfen, Verbot zu morden, Verbot des Ehebruchs, Verbot des Raubens, Gebot, kein Blut zu essen.

image Der Regenbogen ist das sichtbare Zeichen für den Bund, den Gott mit Noah und allen seinen Nachkommen geschlossen hat: Auch wenn ihr versagt und euch von mir abwendet: Ich werde meine Treue nicht von euch nehmen. Dazu hat Gott sich entschlossen. Gott sei Dank: Die Sintflut soll sich nicht wiederholen.

Freitag, 18. Januar

1. Mose 9,18-29

image Nach dem Ende der Flut bewohnen Noah, seine Söhne und deren Frauen die Erde und kultivieren das Land. Dabei pflanzt der Getreidebauer Noah (V 20) nicht nur überlebensnotwendige Nahrungsmittel an, sondern auch Genussmittel. Als erster, so wird betont, legt er einen Weinberg an. Der Mensch soll also nicht nur kärglich von Wasser und Brot leben, sondern kann sich auch des Lebens freuen mit den Genuss-Gewächsen der Erde.

image Durch den Rausch des Weins wird Noah aber dann hilflos und nicht mehr Herr seiner selbst. In dieser Lage offenbart sich die Wesensart seiner Söhne: Zwei von ihnen, Sem und Jafet, begegnen dem betrunkenen Vater mit Ehrfurcht, Ham dagegen lässt es daran mangeln.

image Mit dieser Begebenheit wurde von späteren Generationen begründet, warum die Nachkommen Hams, die Kanaaniter, von den Nachkommen Sems, den Israeliten, beherrscht werden sollten. In dieser Deutung wurde die Noahgeschichte nicht nur aus „historischem“ oder theologischem Interesse erzählt, sondern mit politischen Interessen verbunden: Man wollte damit die zeitgenössischen Machtverhältnisse untermauern. Mit schlimmen Folgen, die man damals nicht absehen konnte: Denn bis heute beruft sich mancher, der im Heiligen Land die Versöhnung zwischen den Völkern ablehnt und unterminiert, auf das angebliche Verfluchtsein der Kanaaniter. Auch rassistische Ideologen – bis vor Kurzem in Südafrika und bis heute in den USA – begründen mit dieser Legende die Überlegenheit der Weißhäutigen gegenüber den Dunkelhäutigen. Sie missdeuten also bewusst den eigentlichen Willen Gottes!

image Noah stirbt im gesegneten hohen Alter, nach einem langen und letztlich doch bewahrten Leben. Die Angabe, er sei 950 Jahre alt geworden, hat eine symbolische Bedeutung: Weil er ein so besonderer Mensch war, von Gott ausgesondert und mit wahrlich lebensnotweniger Aufgabe ausgestattet, wurde er mit einem besonders langen Leben gesegnet.

Samstag, 19. Januar

1. Mose 11,1-9

image Die Erzählung vom Turmbau zu Babel erklärt, warum es keine vereinte, einige Menschheit gibt. Auch dies ist der Wille Gottes – und eine Schutzmaßnahme!

image Nach der überstandenen Katastrophe bleibt die Menschheit zunächst geeint und besiedelt die weite Ebene des Zweistromlandes. Dort vollzieht sie einen zivilisatorisch wichtigen Schritt: Ziegel zu brennen und feste Häuser zu bauen, ist die Voraussetzung für das Entstehen von Städten. Diese Entwicklung aber steigert die Hybris: Die Menschen wollen sich „einen Namen machen“ und ihre Einheit sichern, indem sie einen Turm bauen, der bis in den Himmel reicht. Sie meinen, sich an Gottes Stelle setzen zu können.

image Mehrfach wird mit hintergründiger Ironie erzählt: Der Turm ist aus menschlicher Sicht riesig – aus Gottes Sicht aber so klein, dass er „herniederfahren“ muss, um sich das aus der Nähe anzusehen.

image Nur oberflächlich kann der Eindruck entstehen (V 6), Gott würde sich vor den Möglichkeiten einer vereinten Menschheit fürchten. Tatsächlich aber müssen sich die Menschen vor ihren Möglichkeiten fürchten! Deshalb zerstreut Gott die Menschheit: Sie soll sich nicht in Maßlosigkeit verlieren und dann sich selbst zerstören können.

image Geballte menschliche Macht birgt gefährliche Möglichkeiten in sich! Unsere jüngste Vergangenheit und unsere Gegenwart sind voll schrecklicher Beispiele. Beten Sie heute für die Menschen, die unter Diktaturen und Unterdrückung zu leiden haben.

image Gott schützt die Menschheit vor sich selbst, indem er ihre Sprache verwirrt (im Städtenamen „Babel“ klingt das hebräische Wort für „verwirren“ an). Nur Gott selbst wird diese Sprachverwirrung wieder aufheben können – und er hat dies zeichenhaft an Pfingsten auch schon getan (Apg 2). Die Welt wartet aber weiterhin auf Einheit in Frieden.

Sonntag, 20. Januar

Psalm 107,1-22

image Psalm 107 ruft zum Danken auf – uns heute, aber auch schon einst die Menschen im Volk Israel. Sie sollen auf das Geschehene zurückblicken und darin Gottes Freundlichkeit und Güte erkennen. Der Psalm wurde wohl in Jerusalem gebetet, als JHWH sein Volk aus der Babylonischen Gefangenschaft (597–538 v. Chr.) erlöst hatte. Danken sollen ihm alle, die er aus heilloser Verstrickung erlöst hat.

image V 1-3: Aufforderung zum Dank für die Erlösung aus dem Exil und für die Sammlung des weltweit zerstreuten Volkes Gottes.

image V 4-32: Beispielhaft werden vier Situationen systematisch zusammengestellt und mit gleichlautenden Kehrversen aufgereiht:

image V 4-9: Menschen, die umherirren und vom Tod durch Hunger und Durst bedroht sind, …

image V 10-16: Menschen, die als Gefangene in Unfreiheit und in tödlicher Finsternis leben, …

image V 17-22: Menschen, die todkrank und im Machtbereich der Scheol (Totenwelt) sind, …

image V 23-32: Menschen, die auf dem Meer unterwegs und vom Chaos des Wassers bedroht werden …

… „die dann zum HERRN riefen in ihrer Not und er errettete sie aus ihren Ängsten … die sollen dem HERRN danken für seine Güte und für seine Wunder, die er an den Menschenkindern tut“ (V 7.8).

image Die 1. und 2. Gruppe zeigen Menschen, die umherirrend unterwegs sind und eine Bleibe suchen, die ihnen Leben ermöglicht (wie heute viele Flüchtlinge!).

image Bei der 2. und 3. Gruppe wird die Not dieser Menschen als Folge ihrer Sünde gekennzeichnet. Doch JHWH hört die, die um Hilfe schreien, und hilft ihnen auch aus selbstverschuldeter Not heraus.

image Jesus Christus zerreißt endgültig den Zusammenhang zwischen Krankheit und Sünde, der bei der 3. Gruppe anklingt. Bei ihm gibt es kein menschliches Anrechnen oder Aufrechnen, „denn seine Güte“, seine Liebe als Heiland aller Menschen ist grenzenlos und – „währet ewiglich“.

Der Brief des Paulus an die Römer

Ca. 56 n. Chr. schreibt Paulus den Römerbrief von Korinth aus (16,23, vgl. 1Kor 1,14). Er sieht seine Missionstätigkeit in Kleinasien und Griechenland als beendet an (15,23) und plant eine neue Missionstätigkeit in Spanien (15,24-28). Paulus ist der Gemeinde in Rom nur vom Hörensagen bekannt. So dient dieser Brief neben der Vorbereitung und Unterstützung seiner Missionspläne durch die römische Gemeinde (15,24) zugleich der Vorstellung seiner Person und Botschaft. Deshalb gibt Paulus im Römerbrief eine Art theologische Zusammenfassung seiner gesamten christlichen Botschaft. Man kann nur staunen, welch eine gedanklich-theologische Tiefe Paulus seinen oft einfachen Gemeindemitgliedern zumutet! Er ist nicht nur Missionar, der zum Glauben an Jesus ruft, sondern auch geistlicher Lehrer, der bei den Gläubigen ein gutes Fundament legen und zu klarem geistlichen Verstehen helfen will, damit sie sich nicht „von jedem Wind einer Lehre bewegen und umhertreiben lassen durch das trügerische Würfeln der Menschen“ (Eph 4,14).

Das zentrale Wort seiner theologischen Überlegungen heißt: „Gerechtigkeit Gottes“, die der Mensch von sich aus weder erkennen noch erlangen kann, sondern die ihm im Evangelium offenbart wird (1,17, vgl. 3,21-26). Ein Blick in die Konkordanz zeigt, wie oft dieses Wort und das dazugehörige „gerecht“ im Römerbrief vorkommen.

Nach einer recht ausführlichen Vorstellung seiner Person (1,1-7) und seiner inneren Verbundenheit mit der römischen Gemeinde (1,8-15) nennt Paulus sein Zentralthema (1,16+17).

Im ersten Hauptteil wird zunächst die Ungerechtigkeit der Menschen aufgezeigt, sowohl bei den Heiden (1,18-32) als auch bei den Juden (2,1–3,20). Das Problem der Erwählung Israels wird zwar später (Kap. 9–11) ausführlich behandelt, doch bereits hier mit einer merkwürdig doppelten Antwort aufgegriffen (siehe 3,1f und 3,9).

Im zweiten Hauptteil (3,21–4,25) zeigt Paulus, wie durch das Sterben Jesu Gottes Heil schaffende Gerechtigkeit offenbar wird, und dass diese auch der entscheidende Tenor des Alten Testaments war und ist (4,1-25).

Im dritten Hauptteil (5–8) beschreibt Paulus, wie sich der Glaube, der diese neu geschenkte Gerechtigkeit empfängt, im Leben in vielfältiger Weise auswirkt, wie vor allem durch die Gabe des Heiligen Geistes der Glaube in uns Gestalt gewinnt.

Der vierte Hauptteil (9–11) bedenkt die theologische Frage, wie sich diese Gerechtigkeit allein durch den Glauben an Jesus Christus zu der Erwählung Israels verhält und was die weitgehende Ablehnung Jesu durch die Juden für die Heidenmission bedeutet.

Im fünften Hauptteil (12,1–15,13) werden konkrete Fragen des Gemeindelebens bedacht, vor allem der Umgang miteinander bei unterschiedlichen theologischen Meinungen. Am Schluss (15,14–16,27) berichtet Paulus von seinen Missionsplänen, er beendet den Brief mit einer überraschend langen Grußliste.

Montag, 21. Januar

Römer 1,1-7

Wie gut, dass Paulus seine Briefe nicht einfach mit „Liebe Gemeinde in XY“ begonnen hat! Entgegen dem damals üblichen Briefstil hat er den Eingangsteil, das „Präskript“ (V 1-7), mit Inhalten angereichert, die uns über ihn als Schreiber (V 1-6) und die jeweilige Gemeinde (hier: V 7) Auskunft geben – und in beidem über den dreieinigen Gott.

image Von Jesus Christus schreibt Paulus gleich am Anfang (V 1), in der Mitte (V 4) und am Ende seiner Selbstvorstellung (V 6) sowie ganz am Ende des Präskripts (V 7). Das gibt dem Text ein tragendes Gerüst: Es geht in allem, was folgt, um Jesus! ER ist sein Thema.

image Hinter Jesus wird Gott-Vater (V 1.4.7) und der Heilige Geist sichtbar (V 4).

image Jesus selbst ist Gottes Sohn und als solcher

image eingebunden in Gottes Heilsgeschichte mit seinem Volk (V 3b) und für Nichtjuden (V 5).

image Daneben ragt das tragende Stichwort „Evangelium“ heraus (V 1), das mit Nebenformen im Röm zwölfmal vorkommt, u. a. in der Themaangabe V 16f. Das mag seinen Grund auch darin haben, dass Paulus bisher nie in Rom gewesen war und sich dieser besonderen Gemeinde mit dem, was er glaubte und lehrte, vorstellen und empfehlen wollte (s. Einleitung). Das Evangelium zu verkündigen, war er „ausgesondert“ (V 1). Was war damals, was ist heute der Kern der christlichen Botschaft?

image Schon im AT ist „Evangelium“ Bezeichnung für die Bekanntgabe einer guten, Leben rettenden Tatsache, die Jubel auslöst, weil die Menschen, die sie hören, von ihr unmittelbar betroffen sind (vgl. Jes 52,7 für die Siegesnachricht nach einem Krieg).

image Warum kommt bei uns so selten Freude auf über die gute Nachricht, dass das Leben schon vor dem Sterben erfüllt sein kann und dank Jesu Auferstehung (V 4) mit dem Tod nicht enden muss?

Dienstag, 22. Januar

Römer 1,8-17

Der besondere Charakter des Röm besteht (s. Einleitung!) ja u. a. in der bisher fehlenden persönlichen Beziehung zwischen Schreiber und Empfängern, was Paulus deshalb zu einer breiten Entfaltung der Grundlagen des Glaubens und zu einem argumentierenden Stil veranlasst. Er hat es zudem mit Empfängern zu tun, die eine logisch vom AT herkommende Begründung seiner Aussagen erwarten. Das schlägt sich in den vielen folgernden und begründenden Sätzen und dem Bezug auf Zitate aus dem AT nieder (hier: V 17 als Zielpunkt).

image Der Text beginnt in V 8-12 wie alle Paulusbriefe außer Gal mit Dank für die Gemeinde und Bezug auf das Gebetsleben des Apostels (V 10).

image V 13-15 setzt er sich mit den V 10 anklingenden Vorbehalten auseinander, er wolle (oder dürfe?) ja eigentlich gar nicht als „Apostel“ nach Rom kommen. Tatsächlich blieb auch diese Ankündigung (Kap. 15,22-29) für mehrere Jahre unerfüllt.

image Lesen Sie 2Kor 1,15-17! Lässt die Tatsache, dass Christen Pläne machen, die sie nachher nicht einhalten können, Rückschlüsse auf ihre geistliche Kompetenz und Vollmacht zu?

image V 16f formuliert Paulus das Thema: Es geht um das Evangelium. Sollte es ihm peinlich sein, die schlichte Botschaft von dem am Kreuz gestorbenen Gottessohn Jesus in der Welthauptstadt vor den Klugen, Mächtigen und Reichen zu verkündigen?

image V 16a weist das zurück. Wichtig ist: Bei „sich schämen“ liegt im biblischen Sprachgebrauch der Akzent nicht auf der Psychologie („es ist mir peinlich“). Es sagt vielmehr etwas Objektives: „Mit dem Evangelium werde ich im Blick auf mein Leben nicht scheitern!“

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